Nächster Murks und Unsinn: Bundeswehr auf Piratenpatrouille! Der - TopicsExpress



          

Nächster Murks und Unsinn: Bundeswehr auf Piratenpatrouille! Der Kahn muss erst absaufen bevor Geiseln gerettet werden. Haltet Euch da raus, denn wir sind nicht die Weltpolizei Vereinigte Staaten! Nur mit ein paar kleinen Booten und Waffen ausgestattet gelingt es den somalischen Piraten von einem kleinen Küstenstreifen aus, den Golf von Aden, eine der wichtigsten Handelsrouten, ernsthaft zu bedrohen. Die mächtigen Wirtschaftsnationen, darunter auch Deutschland, müssen gewaltige Flotten am Horn von Afrika einsetzen, um sie zu stoppen. Doch in entscheidenden Situationen sind die Soldaten machtlos. Der Hafen von Daressalam, Tansania. Von hier aus startet die deutsche Fregatte Augsburg zu einer zweiwöchigen Patrouille vor der Küste Somalias. 234 Besatzungsmitglieder sind an Bord. Ihr Auftrag: die Seewege vor Piraten zu schützen, abschrecken, Flagge zeigen. Das hat die Piraterie am Horn von Afrika in den vergangenen Jahren enorm zurückgehen lassen. 2011 wurden noch 176 Piratenangriffe gezählt – 2013 waren es bislang nur drei. Doch das Problem der Piraterie ist im Einsatzgebiet der Augsburg noch nicht gelöst. Vor der Küste Somalias liegen zum Zeitpunkt der Reportage zwei gekaperte Schiffe, die sich in der Hand von Piraten befinden. Die Besatzungen werden als Geiseln gehalten: Es sind über 50 Menschen, die vor Somalia auf ihre Befreiung hoffen. Da die Lösegeldverhandlungen zäh verlaufen, ist eines der Schiffe, die Albedo, schon seit fast drei Jahren festgesetzt. Es verrottet, die Zustände an Bord sind katastrophal, das Schicksal der Geiseln – unklar. Fast 40 Kriegsschiffe mit tausenden Soldaten an Bord patrouillieren am Horn von Afrika. Es ist die schlagkräftigste Marinemacht, die jemals zur Piratenbekämpfung eingesetzt wurde. Doch Geiselbefreiung sieht ihr Mandat nicht vor – deshalb können die Geiseln auf den gekaperten Schiffen nicht befreit werden. Damit nicht genug: Wenn die Marine mutmaßliche Piraten aufhält, ist eine strafrechtliche Verfolgung fast unmöglich. Dafür müssten die Handelsnationen die Piraten in ihren Ländern vor Gericht stellen – und das wollen sie nicht. Denn nach deutschem Asylrecht beispielsweise könnte man einen somalischen Piraten kaum mehr in seine Heimat zurücksenden, da dort Bürgerkrieg und Chaos herrschen. All das nagt – trotz der Erfolge im Antipiratenkampf – an der Motivation der Soldaten und macht sie oft zu machtlosen Zuschauern. Die Piraterie mag zurückgegangen sein, dennoch stellt sich die Frage: Ist das Mandat der Marinekräfte am Horn von Afrika ausreichend oder kann das weg? Ich finde: Kann weg!
Posted on: Sun, 10 Nov 2013 17:04:58 +0000

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